Kredit-Wörterbuch: Der Barkredit
Finanzielle Engpässe kündigen sich in der Regel nicht von langer Hand an, sondern entstehen meist sehr spontan. Ebenso schnell wie diese Engpässe entstehen, zum Beispiel zur Weihnachtszeit oder wenn ein Urlaub gebucht werden soll, verlangen diese auch nach einer Lösung. Viele Kreditinstitute haben inzwischen erkannt, dass den Kunden oft nicht die Zeit bleibt, die langwierige Kreditbearbeitung abzuwarten und bieten daher die Auszahlung eines Kredites als so genannten Barkredit an.Bei einem Barkredit handelt es sich in der Regel um Kontokorrent- oder Dispositionskredite, also das zur Verfügung stellen eines bestimmten Kreditbetrages - entweder auf dem Girokonto des Darlehensnehmers oder auf einem separaten Konto. Da das Darlehen dabei nicht an den Kunden überwiesen werden braucht, wird ein solches Darlehen als Barkredit bezeichnet.
Der Kreditnehmer hat in der Folge das Recht, über diesen Kreditbetrag zu verfügen, also eine beliebig hohen Anteil des Geldes abzuheben. Auf einen Verwendungsnachweis kann dabei in der Regel ebenso verzichtet werden, wie auf eine dingliche Besicherung des Darlehens - in der Regel ist der Nachweis, dass ein regelmäßiger Geldeingang vorhanden ist, vollkommen ausreichend. Wenn es sich bei dem Barkredit um einen Dispo-Kredit auf dem eigenen Girokonto handelt, können die Bankangestellten den Gehaltseingang dabei in der Regel sehr leicht selber nachprüfen.
Barkredite gehören grundsätzlich zu den revolvierenden Darlehen, was bedeutet, dass der Kreditbetrag jederzeit nach Zurückzahlung sofort wieder zur Verfügung steht. Auf diese Weise kann ein Barkredit wie ein "Puffer" eingesetzt werden und verschafft dem Kreditnehmer ein gewisses Maß an finanzieller Freiheit.
Die Zinsen werden bei einem Barkredit dabei stets nur auf den bereits in Anspruch genommenen Teil berechnet, wobei es bei Kontokorrentkrediten in Einzelfällen auch zur Berechnung einer Gebühr für nicht in Anspruch genommene Teile kommen kann, einer so genannten Bereitstellungsgebühr.
