Kredit-Wörterbuch:
bonitätsabhängig
War es noch vor wenigen Jahren so, dass jeder Mandant der einen Kredit
aufnehmen wollte mit Kaffee und Kuchen herzlich empfangen wurde, ist es
heute vielmehr so, dass strikte Risikoprüfungen und Scorings
es den
Kreditnehmern immer schwerer machen, einen Kredit auch wirklich
genehmigt zu bekommen. Das Scoring ist dabei ein Bewertungsmodell, das
rein edv-technisch die Situation des Mandanten bewertet und auf diese
Weise seine individuelle Bonität
errechnet. Neben der
Entscheidung, ob
überhaupt ein Kredit an den Mandanten vergeben werden kann,
fällt aber
auch die Entscheidung über den angebotenen Zins immer
öfters
bonitätsabhängig,
das heißt, der Zins wird
an der Bonität
festgemacht.Was heißt das für den Mandanten?
Nun, im Prinzip ist es recht einfach: Mandanten mit einer guten Bonität bekommen einen guten Zins, Menschen mit einer etwas schlechteren Bonität bekommen einen etwas schlechteren Zins. Was auf den ersten Blick nun sehr unfair wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung jedoch als vollkommen logisch. Ist ein Mandant eher "schwach auf der Brust", ist die Gefahr, dass eben sein Kredit nicht bis zum Ende bezahlt wird, relativ hoch. Warum sollen nun alle bonitätsstarken Kreditnehmer dieses Risiko mittragen? So unsozial es ist, so logisch ist es auch: Die Menschen mit einer schlechteren Bonität müssen mehr bezahlen als andere.
Die Vergabe von bonitätsabhängigen Kreditkonditionen war lange Zeit umstritten und auch heute gibt es noch eine ganze Reihe von Menschen, die sich mit diesem Vorgehen nicht einverstanden erklären und sogar Klagen von der obersten Gerichten anberaumen. Ob aber dieses System eines Tages wieder verändert wird darf ernsthaft bezweifelt werden - viel zu wichtig ist den Banken der Einbau eines Risikopuffers geworden - und die EU Regierung unterstützt dieses Vorgehen durch Gesetze wie z.B. Basel II immer weiter.
