Frau Testsiegerin erklärt Begriffe aus dem Kredit Wörterbuch.

Kredit-Wörterbuch: Der Dispositionskredit

Ein Kredit, der fast jedem Inhaber eines Girokontos, sofern dieses über einen regelmäßigen Geldeingang verfügt, zur Verfügung steht, ist der so genannte Dispositionskredit. Mit einem Dispositionskredit ist der Mandant in der Lage, sein Konto auch über die Nullgrenze hinaus zu belasten. Wenn also unvorhergesehen Ausgaben das Konto vollkommen erschöpft haben, dann gibt der Dispositionskredit dem Kontoinhaber dennoch die Freiheit, notwendige Kosten decken zu können.

Der Dispositionskredit wird in aller Regel schon bei der Kontoeröffnung mit genehmigt und beträgt nicht selten bis zu drei Monatsnettogehälter. Möchte jemand den Dispositionskredit nicht haben, ist es in der Regel so, dass er dieses explizit sagen muss - so gerne wird dieses Produkt an den Mann oder die Frau gebracht.
Warum dieses Produkt bei den Banken so beliebt ist, wird schnell deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass der Zins, der auf den in Anspruch genommenen Teil des Dispositionskredites gezahlt werden muss, in der Regel zwischen 11% und 14% pro Jahr liegt - ein Zinssatz, den bei einem Privatkredit keiner bereit wäre zu bezahlen.

Problematisch an dem Dispositionskredit ist lediglich die Tatsache, dass viele Menschen sich sehr schnell an diesen Rahmen gewöhnen und ihr Konto dauerhaft im Minus halten. Der Dispo-Rahmen wird in diesen Fällen schlicht als das Geld betrachtet, das “ja schließlich zu Verfügung steht” - und weil es so einfach ist, wird das auch gemacht. Genau davor sollte man sich jedoch hüten, denn die Kosten eines Dispositionskredites werden immer nachträglich berechnet und ziehen das Konto dann schnell immer weiter ins Minus.
Hält man sich vor Augen, dass ein Kredit von 2000 Euro schnell 250 Euro Zinsen pro Jahr kostet, sollte man sich, wenn man aus eigener Kraft nicht wieder aus dem Dispo herauskommt, ernsthaft überlegen, ob man den Dispo nicht lieber durch die Aufnahme eines Privatkredites ausgleicht.
Barclaycard Kredit