Kredit-Wörterbuch: Das Kredit-Scoring
Die Zeiten, in denen man einen Kredit einfach aufgrund der Tatsache bekommen hat, dass man schon seit vielen Jahren Kunde der Bank war und alle Mitarbeiter des Unternehmens einen schon seit vielen Jahren als guten Kunden kennengelernt hatten, sind lange vorbei. In der heutigen Zeit, der Zeit rund um die Gesetze von Basel II, ist es den Kreditinstituten nicht mehr möglich, eine solch lapidare Kreditprüfung durchzuführen.Genau aus diesem Grund wurde vor einigen Jahren der Prozess der Risikoprüfung vollkommen digitalisiert, d.h. den größten Teil der Kreditentscheidung treffen heute keine Menschen mehr, sondern Computer - Maschinen, die gnadenlos Menschen, die nicht dem gewünschten Risikoprofil entsprechen, aussortieren. Dies gilt auch für einen Kredit bei Baufinanzierung.
Dieser digitale Prozess der Risikoprüfung wird in Fachkreisen auch als Kredit-Scoring bezeichnet. Das Scoring-Programm besteht dabei aus einer Software, in die alle persönlichen Daten des Kunden eingepflegt werden. Neben der beruflichen Situation, der Dauer des Anstellungsverhältnisses, der Bezahlung, etc., sind hierbei vor allem auch die persönlichen Aspekte interessant: Hat der Kunde Kinder? Lebt er in einem Haus oder zur Miete? Wie hoch ist sein privates Vermögen? Zahlt er Versicherungen? Usw.,usw.
Für jeden Aspekt werden innerhalb des Kredit-Scorings Punkte vergeben. Am Ende des Scorings muss der Kunde über einer bestimmten Gesamtpunktzahl liegen - tut er es nicht, wird der Kreditantrag schlicht abgelehnt.
Aufgrund der höheren Risikorücklagen für Risikokunden (siehe auch Basel II) gehen in jüngster Zeit nun immer mehr Banken auch dazu über, den Kunden mit schlechterer Bonität, also einem schlechteren Scoringwert, einen schlechteren Zins zu gewähren, als Kunden der idealen Zielgruppe. Dieses Vorgehen wirkt zwar auf den ersten Blick unfair, auf den zweiten Blick kommt es jedoch den anderen Kunden durchaus zugute, wenn die wenig solventen Kunden ihr höheres Risiko auch selber absichern.
